Von Venedig nach Egypten
Eine Reise durch Welt & Musik
27. September 2026 | 11:00
Phönix Bläserquintett
Zsuzsanna Litscher-Nagy, Flöte
Mario Hofer, Klarinette
Andrej Skorobogatko, Oboe
Hermenegild Kaindlbauer, Horn
Elvira Weidl, Fagott
Programm
Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Arr. Mordechai Rechtmann
Concerto Nr. 2 nach Antonio Vivaldi BWV 593
1. Allegro moderato
2. Adagio
3. Allegro
Franz Danzi (1763–1826)
Quintett g-Moll op. 56/2
1. Allegretto
2. Andante
3. Menuett
4. Allegro
Antonín Dvořak (1841–1904
Arr. Friedrich J. Gabler
Slawischer Tanz Nr. 9 op. 72/1
Georges Bizet (1838–1875)
Arr. Bill Holcombe
Carmen-Fantasie
Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Arr. Mordechai Rechtmann
Adagio und Allegro KV 594
Georges Bizet / Arr. H. Breuer
Aus Jeux d'enfants:
1. La Toupie – Impromptu
2. Trompete et Tambour – Marsch
3. Le bal – Galop (Presto)
Ferenc Farkas (1905–2000)
Lavottiana
1. Marsch nach Pannonien
3. Langsamer Werbungstanz und Figura
4. Deutsche Tanzweise
5. Im Wirtshaus
Johann Strauß Sohn (1825–1899)
Arr. Friedrich Gabler
Egyptischer Marsch op. 335
George Gershwin (1898–1937)
Arr. Andrew Skirrow
I Got Rhythm
Flöte, Oboe, Klarinette, Horn, Fagott:
Die Rolle, die das klassische Streichquartett in der Kammermusik für Saiteninstrumente einnimmt, fällt im Bereich der Holzblasinstrumente auf diese fünfköpfige Besetzung, die heute einen fixen Bestandteil der kammermusikalischen Welt bildet und Musiker:innen und Publikum gleichermaßen durch ihre Vielseitigkeit und Ausdruckskraft begeistert. Besonders die Verbreitung der Klarinette im Laufe des 18. Jahrhunderts markierte den entscheidenden Schritt in der Geschichte dieser Besetzung, da sie mit ihrem warmen, aber auch brillanten Ton das Klangspektrum der Holzbläser wesentlich erweiterte. Zu diesen Holz-Bläsern wurde – man höre und staune – mitunter auch das Horn gerechnet: Durch seine Wärme und Geschmeidigkeit nimmt es seit jeher eine Sonderstellung unter den Blechblasinstrumenten ein, zu denen es strenggenommen eigentlich zu zählen ist. Tatsächlich steht das Horn mit seinen klanglichen Eigenschaften der Farbigkeit von Flöte, Oboe, Klarinette und Fagott jedoch meist näher als den kräftigen Trompeten und Posaunen. So etablierte sich nach und nach eine Ensembleform, die aufgrund ihrer klanglichen Vielseitigkeit eine enorme Palette an Ausdrucksmöglichkeiten eröffnet. Komponisten stellt sie seit jeher vor die reizvolle Herausforderung, ihre Werke auf eine Art zu gestalten, die Transparenz, Farbenreichtum und kontrastreiche Strukturen in sich vereint.
Die Vielseitigkeit des Klangkörpers spiegelt sich im nicht weniger vielseitigen Programm des Konzerts wieder: Von der barocken Pracht Johann Sebastian Bachs, der sich in seinem Concerto BWV 593 vom venezianischen Komponisten Antonio Vivaldi (1678–1741) inspirieren ließ, führt uns das Quintett erst zur Klassik W. A. Mozarts und Franz Danzis, bevor wir in Paris Georges Bizet, dem Schöpfer der weltbekannten Oper "Carmen", einen Besuch abstatten. Über Osteuropa – erst mit Antonín Dvořaks feurigem Slawischen Tanz und später mit Ferenc Farkas’ "Lavottiana", einer Hommage an die ungarische Volksmusik – führen uns die Musikerinnen und Musiker schließlich auch auf andere Kontinente: Erst beschwört Johann Strauss Sohn in seinem "Egyptischen Marsch", der anlässlich der Eröffnung des Sueskanals 1869 entstand, eine damals (wie heute) populäre Stimmung des "Orients", ehe mit George Gershwins "I Got Rhythm" der frühe Jazz im Schlosshof Einzug hält.
Phönix Bläserquintett
Sämtliche Fotografien © Peter Schulcz
Der Name des Quintetts, „Phönix“, ist bewusst gewählt und trägt eine vielschichtige Symbolik in sich. Der Phönix gilt seit der Antike als Sinnbild für beständige Erneuerung, für das Überwinden von Vergänglichkeit durch schöpferische Kraft. Übertragen auf die Musik des Ensembles verweist er auf die Veränderlichkeit der Räume und Klänge, die in der Arbeit mit einem Bläserquintett stets im Zentrum stehen. So steht „Phönix“ nicht nur für die programmatische Ausrichtung des Ensembles, sondern auch für ein künstlerisches Credo: die Überzeugung, dass Musik immer in Bewegung bleibt, dass Klänge nicht vergehen, sondern sich verwandeln – und dass gerade in dieser beständigen Verwandlung ihre eigentliche Schönheit liegt.
Das Quintett mit der klassischen Besetzung Querflöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott, wurde 2007 von vier Musikern (damals Erhard Koch am Fagott) und einer Musikerin gegründet und widmet sich seither dem reichhaltigen Repertoire für klassisches Holzbläserquintett. Musikalische Schwerpunkte bilden dabei Werke der klassischen Bläserliteratur: Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart über Franz Danzi, aber auch traditionelle Wiener Komponisten, gespielt auf höchstem künstlerischem Niveau. Österreichische Komponisten wie Franz Cibulka, Franz Zebinger oder Viktor Fortin haben für das Quintett Uraufführungen komponiert. Ein besonderes Merkmal stellen zudem die Arrangements von Andrej Skorogobatko dar. Seine Bearbeitungen spannen einen weiten stilistischen Bogen von Volksmusik über Jazz bis hin zu weihnachtlicher Musik. Je nach Anlassfall verleihen diese Arrangements den Programmen eine besondere Vielfalt und eröffnen dem Publikum Zugänge jenseits der klassischen Konzertliteratur.
Das Phönix Quintett tritt regelmäßig auf großen Bühnen und bei renommierten Festivals auf, unter anderem Benediktinerstift St. Paul (2013), Benediktinerabtei Seckau (2014), Kultursommer Millstatt 2014, Musiksalon Erfurt Graz (2009, 2015, 2017), Schloss Stubenberg (2015), Steirischer Tonkünstlerbund im “Palais Meran” an der Kunstuniversität Graz, bei den Internationalen Kammermusiktagen Traunkirchen 2019, außerdem in Kammern, Stift Rein, Gratwein-Strassengel, Bodensdorf am Ossiacher See u. a.

© Privat
Zsuzsanna Litscher-Nagy, Flöte
Geboren in Miskolc in Ungarn. Sie besuchte in Debrecen das Zoltan Kodaly Musikkonservatorium.Sie spielte im Jugendorchester des Zoltan Kodaly Konservatoriums und hatte Auftritte in Deutschland, Österreich, Frankreich, Rumänien und in den USA. Studium für Querflöte / Konzertfach bei Prof. Nils-Thilo Krämer an der Musikhochschule in Graz. Leistungsstipendium des Forum Hungaricum. Lehrbefähigung im Juni 1999. Weitere Studien in München und in Mainz.
Künstlerische Tätigkeit als Solistin, Kammermusikerin und Orchestermusikerin aus. Mitglied im „Ensemble für Neue Musik Graz“, Mitwirkung bei zahlreichen Uraufführungen. Bis 2006 war sie Flötistin im Grazer Symphonischen Orchester. Kammermusikauftritte mit dem Phönix Bläserquintett, Flautoscope-Flötenquartett. Seit 2011 Mitglied im Stadtorchester Graz. Regelmäßige Konzerte in der Besetzung Flöte-Klavier /-Orgel /-Gesang. Preisträgerin des 8. Harmonia Classica Wettbewerb für Flöte und Klavier (2013). Seit 2018 Mitwirkung beim Kammerorchester Capella Calliope. Derzeit ist sie Querflötenlehrerin in der Kunst- und Musikschule in Gratkorn und in BRG HIB-Liebenau in Graz.
Seit der Gründung des „Phönix Bläserquintettes“ 2007 dessen Flötistin.

© Privat
Mario Hofer, Klarinette
Geboren in Wagna/Südsteiermark. Erster privater Klarinettenunterricht 1977 auf der Eb -Klarinette... 1981 Eintritt in die Stadtkapelle Leibnitz. Später - bis 2020 -sechzehn Jahre lang deren Kapellmeister. Gründungsmitglied des Sinfonischen Orchesters Leibnitz - bis zu Ausscheiden dessen Soloklarinettist. Beginn des Klarinetten Studiums 1989 an der Musikuniversität Graz in der Ausbildungsklasse von Prof. Kurt Daghofer und bei Prof. Stefan Schilling.
Gleichzeitig Beschäftigung und Ausbildung am Saxophon – hier hauptsächlich in der Stilrichtung des Jazz - folglich verbunden mit unzähligen Auftritten und einigen CD Produktionen als Saxophonist der Big Band Süd unter Mitwirkung namhaften Jazzgrößen . Während seines Studiums und danach immer wieder Beschäftigung mit Kammermusik. Mitwirkung bei diversen Kammermusikensembles der Steiermark.
Lehrtätigkeiten als Privatlehrer bereits während des Studiums - später in div. Privatmusikschulen. Nach Abschluss des Studiums mit Auszeichunung Anstellung als Musiklehrer an der Musik- u. Kunstschule Mureck.
Seit der Gründung des „Phönix Bläserquintetts“ 2007 dessen Klarinettist.

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Andrej Skorobogatko, Oboe
Geboren auf der Krim, in der Ukraine. Studium an der Moskauer Gnesin-Musikakademie. Solo-Oboist im Moskauer Symphonischen Orchester. Preisträger beim Nationalen Wettbewerb für Holzbläser 1995 in St.-Petersburg. Studium an der Grazer Musikhochschule bei Prof. Adolf Traar und an der Musikhochschule in Hannover bei Prof. Klaus Becker (Solo-Klasse). Studium Orchesterdirigieren 2011 - 2013 bei Prof. Martin Sieghart.
Seit 2001 Solo-Oboist bei den „Wiener Bachsolisten“, bis 2006 Oboist bei den Grazer Symphonikern. und seit 2008 beim Recreation Orchester Graz. Zahlreiche Kammermusikauftritte, ORF-Aufnahmen und CD-Produktionen u.a. als Mitglied des „TonArtTrios Graz-Moskau“ und des 2002 gegründeten Oboenensembles „Triade“; seit 2001 Mitglied des Künstlerkreises Burg Strechau. Seit 2003 Musikalischer Leiter und Dirigent bei diversen „Next Liberty“-Projekten. Opernaufführungen: „Die Zauberflöte“, „Die Entführung aus dem Serail“, „Die Hochzeit des Figaro“, „Rigoletto“. Die letzten zwei Produktionen – „Nabucco“ von Giuseppe Verdi und „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn wurden unter seiner Leitung und in seinem Arrangement auch in Essen, in Leipzig (Gewandhaus) und in Wien aufgeführt. Seit 2011 Musikalischer Leiter und Dirigent vom Grazer Universitätsorchester.
Seit der Gründung des „Phönix Bläserquintettes“ 2007 dessen Oboist.

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Hermenegild Kaindlbauer, Horn
Geboren in Waisenegg / Steiermark. Hornunterricht im Landeskonservatorium in Graz. Studium bei Prof. Fritz Mischlinger an der Musikhochschule Graz. Seit 1974 Solohornist bei der Militärmusik Steiermark. Mitwirkung als Solist mit Werken von Franz Cibulka, Ulrich Hübner u. a. Rege Konzerttätigkeit als Solist und Substitut in diversen Orchester und Blasorchester in Graz. Kapellmeister der Musikverein Deutschfeistritz und TK Fladnitz. Juror beim Steierischen Blasmusikverband. Hornist beim Ensemble von „Grünspann & Holzwurm“. Seit der Gründung des „Phönix Bläserquintettes“ 2007 dessen Hornist.

© Privat
Elvira Weidl, Fagott
1974 geboren in Kőszeg (Ungarn). Im Alter von sieben Jahren erhielt sie ihren ersten Klavierunterricht in der Musikschule in Kőszeg. Ersten Fagottunterricht mit 14 Jahren im Musikkonservatorium in Szombathely. Nach der Matura studiert sie Fagott an der Musikhochschule in Graz bei Prof. Rudolf Frodl, Prof. Judith Farmer und Prof. Krisztina Faludy. 1995 Erstes Diplom Konzertfach Fagott. 1998 Erstes Diplom in Instrumental- und Gesangspädagogik. 1999 Abschluss Konzertfach Fagott mit Magisterium. Von 1999 bis 2002 Fagottstudium am Mozarteum in Salzburg bei Prof. Richard Galler. 2003 Abschluss des Instrumental- und Gesangspädagogikstudiums mit Magisterium. 1999 Meisterkurs bei Klaus Thunemann und 2000 Kammermusikkurs bei Hans D. Klaus.
Ab 2001 Lehrtätigkeit für Fagott und Klavier an den Musikschulen Krieglach, Mürzzuschlag, Weiz, Leoben, Premstätten und am Johann Joseph Fux Konservatorium Graz.
Künstlerische Tätigkeit als Orchestermusikerin und Kammermusikerin im Jeunesse Orchester Wien, Klassisches Bläsertrio Graz, Opernorchester der Kunstuniversität Graz, Pannonisches Blasorchester, Grazer Symphonisches Orchester, Junge Österreichische Philharmonie, Stadttheater Klagenfurt, Wiener Bachsolisten, Capella Calliope, Orchester der Operettenfestspiele Bad Ischl, Großes Orchester Recreation Graz, Ensemble Zeitfluss, Styriarte Festspiel-Orchester, Seefestspiele Mörbisch und seit 2024 Phönix Bläserquintett.