Aufs Lautenwerck
Musik für Lautenclavier von Johann Sebastian Bach
18. Oktober 2026 | 11:00
Anschließend um 14:00
Meet & Greet mit einem Cembalo
(hier Klicken zur eigenen Veranstaltungsseite)
Peter Waldner, Cembalo
Programm
Suite in c-Moll BWV 997
Prélude
Fuga
Sarabande
Gigue & Double
Praeludium, Fuga & Allegro in Es-Dur BWV 998
Suite in e-Moll BWV 996
Prélude
Allemande
Courante
Sarabande
Bourrée
Giga
Suite in E-Dur BWV 1006a
Prélude
Loure
Gavotte en Rondeaux
Menuet I / Menuet II
Bourée
Gigue
Um 1740...
... baute der anerkannte Leipziger Orgel- und Cembalobauer Zacharias Hildebrandt für Johann Sebastian Bach nach dessen eigenen Angaben ein delikates Tasteninstrument, das möglichst unverfälscht den Klang der Laute nachahmen sollte: Ein Lautenclavier. Bach schätzte dieses sanft klingende Tasteninstrument, das ich gerne als das nur äußerst selten anzutreffende mythologische Einhorn unter den barocken Tasteninstrumenten bezeichne, vor allem wegen seiner Lieblichkeit und reichen Tonfülle. Zum Zeitpunkt seines Todes besaß Bach – wie aus seinem Nachlass hervorgeht – zumindest zwei dieser Lautenclaviere, gerne auch „Lautenwerck“ genannt. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit komponierte Bach einen Großteil seiner sogenannten Lautenwerke in Wahrheit für dieses besonders resonanzreiche, wohltönende, sanfte Tasteninstrument und nicht für das Zupfinstrument Laute. Dies betrifft unter anderem jene Werke, die in diesem Konzert erklingen werden: die bereits in Bachs Weimarer Zeit entstandene Suite in e-Moll BWV 996, die beiden um 1740 in Leipzig entstandenen großangelegten Suiten in c-Moll BWV 997 und E-Dur BWV 1006a sowie den Zyklus Praeludium, Fuga & Allegro in Es-Dur BWV 998.
Der Cembalist und Organist Peter Waldner beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit diesem Repertoire, das er im Konzert auf dem Cembalo realisieren wird. Dabei zeigt sich: Auch heute noch kann der Musik Johann Sebastian Bachs das eine oder andere Geheimnis abgelauscht werden, wenn man nur richtig hinzuhören weiß.
Meet & Greet mit einem Cembalo
Im Anschluss an das Konzert veranstaltet Peter Waldner einen Workshop mit Musikvorführungen, die näher in die Geschichte, die Bautechnik, die Spielpraxis und das Repertoire des Cembalos eingehen. Alle Interessierten sind herzlich zum Zuhören eingeladen; beachten Sie bitte, dass hierfür eine zusätzliche Eintrittskarte zu bezahlen ist.
Alle Informationen finden Sie auf der Veranstaltungsseite (hier klicken).
Peter Waldner
© privat
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Der Cembalist und Organist Peter Waldner stammt aus Mals im Vinschgau und studierte Musikwissenschaft und Germanistik an der Leopold-Franzens Universität Innsbruck sowie Cembalo, Orgel und Klavier am Tiroler Landeskonservatorium bei Reinhard Jaud und Bojidar Noev. Von 1992 bis 1995 spezialisierte er sich mit Hilfe eines Stipendiums des Landes Tirol und des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst in Holland, Frankreich und der Schweiz auf die Interpretation Alter Musik an historischen Instrumenten: Er studierte Cembalo bei Gustav Leonhardt in Amsterdam und William Christie in Paris, erhielt Unterricht bei Hans van Nieuwkoop und Kees van Houten an den historischen Orgeln von Amsterdam, Haarlem, Alkmaar und Helmond und bildete sich bei Jean-Claude Zehnder an der „Schola Cantorum“ Basel im Clavichord- und Orgelspiel fort. Weiters besuchte er Meisterkurse etwa von Gustav Leonhardt, Luigi Ferdinando Tagliavini, Jean-Claude Zehnder, Jesper Christensen, Kenneth Gilbert, Harald Vogel, Pierre Hantai und Daniel Roth. 1989 erhielt Peter Waldner ein Stipendium der Klavierfirma Bösendorfer Wien, 1991 den Musikförderungspreis der Tiroler Sparkassen und 1994 den Jacob-Stainer-Preis des Landes Tirol.
Peter Waldner gilt als profunder Kenner des reichhaltigen Repertoires für die Tasteninstrumente Cembalo, Orgel, Fortepiano und der entsprechenden historischen Aufführungspraxis. Sein interpretatorisches Interesse gilt vor allem der Musik der Renaissance, des Barock, der Frühklassik sowie insbesondere dem kompositorischen Schaffen Johann Sebastian Bachs, dessen Orgel- und Cembaloschaffen er in einem groß angelegten Zyklus zu neuem Leben erweckt. Er ist weiters künstlerischer Leiter der Konzertreihe für Alte Musik „Innsbrucker Abendmusik“ und Gründer des Tiroler Ensembles für Alte Musik „vita & anima“ Regelmäßig konzertiert er auf verschiedensten historischen Tasteninstrumenten, an Orgel, Cembalo, Virginal, Spinett, Clavichord, Lautenclavier und Fortepiano.
Eine rege Konzerttätigkeit führte ihn in die wichtigsten Länder Europas, bei vielen Festivals für Alte Musik war er zu Gast. Zahlreiche CD- und verschiedene Rundfunkaufnahmen (ORF, RAI, Holländischer Rundfunk KRO) dokumentieren seine Vielseitigkeit. Seit 1994 spielt Peter Waldner in regelmäßigen Abständen CDs mit Alter Musik an historischen Tasteninstrumenten ein, die u. a. beim ORF Tirol und Vorarlberg, bei „Extraplatte“ Wien und in der ORF-Edition Alte Musik erschienen und von der internationalen Fachpresse sehr positiv rezensiert wurden. Seine beiden CDs „Orgellandschaft Ritten I & II“ wurden mit dem Pasticcio-Preis des Österreichischen Rundfunks Ö1 ausgezeichnet. Er arbeitet regelmäßig mit anerkannten Ensembles, darunter La Capella Reial de Catalunya & Le Concert des Nations (Jordi Savall), Atalanta Fugiens Milano, La Venexiana, Prihsna Ensemble, Les Sacqueboutiers de Toulouse, Piccolo Concerto Wien und Oni Wytars.
Seit 1988 ist Peter Waldner Organist der Landschaftlichen Pfarre Mariahilf in Innsbruck. Derzeit unterrichtet er Cembalo, Orgel und Generalbass am Tiroler Landeskonservatorium und am Mozarteum in Innsbruck.