21. September 2025 | 11:00

Floridi Virtuosi

Virtuose Barockmusik aus Österreich
La Florida Capella

21. September 2025 | 11:00
Floridi Virtuosi
Virtuose Barockmusik aus Österreich

 


La Florida Capella
Mauro Musarra – Barocktrompete
Gabriele Toscani – Barockvioline
Marco Kerschbaumer – Barockvioline
Juliane Oberegger – Barockviola
Mauro Colantonio – Viola da Gamba
Alessandro Baldessarini – Theorbe
Marian Polin – Cembalo und Leitung

Programm


William Young (*ca. 1610; †1662 Innsbruck)
Sonate Nr. 5 für drei Violinen und Viola
aus der Sammlung Sonate à 3. 4. e 5. Con alcune allemande, correnti e balletti à 3 (Innsbruck, 1653)

Giovanni Buonaventura Viviani (*1638 Florenz; †1692 Pistoia)
Sonate Nr. 1 für Trompete solo
aus Capricci armonici da chiesa e da camera […] et Sonate per tromba sola (Venedig, 1678)

Johann Caspar Kerll (*1627 Adorf; †1693 München)
Ciacona in C
aus dem Neresheimer Orgelbuch (ca. 1680)

Giovanni Buonaventura Viviani
Sonate Nr. 3 „La Sagreda“
aus Suonate a tre, due violini, e viola, Op. 1 (Venedig, 1673)

Giovanni Girolamo Kapsberger (*ca. 1580 Venedig; †1651 Rom)
Toccata Nr. 7
aus Libro quarto d’Intavolatura di chitarrone (Rom, 1640)

Pavel Josef Vejvanovský (*ca. 1633 Hochwald/Mähren; †1693 Kremsier)
Sonate à 4
aus dem Manuskript im Erzdiözesanmuseum Kremsier (1666)

Heinrich Ignaz Franz Biber (*1644 Wartenberg; †1704 Salzburg)
Sonate Nr. 9
aus Fidiciunium sacro-profanum Tam choro (Nürnberg, 1683)

Giovanni Buonaventura Viviani
Sonate Nr. 2 für Trompete solo
aus Capricci armonici da chiesa e da camera (Venedig, 1678)

Heinrich Schmelzer (*1623 Scheibbs; †1680 Prag)
Sonate Nr. 10 à 4
aus Sacro-profanus Concentus Musicus Fidium aliorumque Instrumentorum (Nürnberg, 1662)

Georg Muffat (*1653 Megève; †1704 Passau)
Passacaglia in g-Moll
aus Apparatus musico-organisticus (Salzburg, 1690)

Heinrich Ignaz Franz Biber
Sonate Nr. 4 à 5
aus Sonatae tam aris quam aulis servientes (Salzburg, 1676)



 


Mit viel Feingefühl gelang es Marian Polin mit seinem Ensemble, die Zuhörerschaft in Staunen zu versetzen.
Alexander Fedrizzi, Südtiroler Tageszeitung, 15.5.2024

Vor 440 Jahren nahm alles seinen Ausgang: In diesem Jahr erschien in Venedig das Sammelwerk De floridi virtuosi d’Italia mit Musik der „blühendsten Virtuosen“ Italiens, so die deutsche Übersetzung dieses poetischen Titels. Inspiriert von diesem Konzept, präsentiert das Ensemble La Florida Capella nun eine österreichische Version davon: Vor allem Salzburg, noch in Mozarts Zeit ein unabhängiges Fürsterzbistum, und Innsbruck, das bekanntlich bis 1665 als Residenz der Habsburger diente, bildeten im Barock bedeutende Musikzentren nicht nur innerhalb Österreichs. Und so stehen etwa Werke des bekannten, in Salzburg tätigen Geigers Heinrich Ignaz Franz Biber (1644–1704) und dessen Nachfolgers Pavel Josef Vejvanovský (1633–1693) am Programm, ebenso Komposition der in Innsbruck wirkenden Komponisten Giovanni Antonio Pandolfi Mealli (1624–1687), Giovanni Buonaventura Viviani (1638–1692) und Gottfried Finger (1660–1730).

Allesamt Namen, denen man heute nur noch selten begegnet – was vor allem daran liegt, dass es Eingeweihter bedarf, die diese vor mehreren Jahrhunderten komponierten Werke auch richtig aufzuführen wissen. Das betrifft nicht zuletzt das verwendete Instrumentarium, und so erweckt das Ensemble in seinem Konzert historische Instrumente zu Leben und Klang, etwa das Cembalo, die barocken Vorgänger der modernen Trompeten, Violinen und Bratschen, aber auch die Gambe und die Theorbe. Mit diesem besonderen Klangkörper nimmt uns das Ensemble La Florida Capella mit auf eine Reise in die österreichische Barockzeit – um vor allem eines zu zeigen, nämlich, dass sich Österreich schon um 1700 ein Zentrum der europäischen Musikwelt war.



 


La Florida Capella


Der Name des 2021 gegründeten Ensembles bezieht sich auf einen Notendruck von 1619 mit dem klingenden Titel „Mu-sica de’ Virtuosi della florida Capella di Baviera“. Unter die-ser Prämisse des „blühenden“ Klanges widmet sich das En-semble der Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts und legt besonderes Augenmerk auf die Interpretation musikalischer Kostbarkeiten und Neuentdeckungen aus dem Spannungs-feld des Barocks zwischen Italien und den Habsburgern. Die kritische Beschäftigung mit originalen Quellen, historischer Aufführungspraxis sowie Instrumentarium und Spieltechni-ken bildet die Basis, um diese vermeintlich „alte“ Musik in die Gegenwart zu holen und auf zeitlose und unmittelbare Art und Weise näher zu bringen.

Bereits in seinem Gründungsjahr wurde das Ensemble mit dem „I. H. F. Biber-Preis“ in St. Florian ausgezeichnet, kurz darauf gab es sein Debut bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Es folgten Einladungen zu Festivals wie etwa „Tage Alter Musik“ (WDR3) in Herne, „Stockholm Early Music“, „Birzaj Festival“ (LT), Orgelfestival Frei-burg/Fribourg (CH), Musik & Kirche Brixen oder Füssener Festtage Alter Musik (DE). Ideator und künstlerischer Leiter ist der international gefragte Organist, Cembalist und Spezia-list für Alte Musik Marian Polin, der unter anderem das Festival „Innsbrucker Hofmusik“ leitet.

Die regelmäßigen Produktionen im wissenschaftlichen Um-feld der Innsbrucker Hofmusik ermöglichen es dem Ensem-ble, hochkarätige Programme mit geistlicher und weltlicher Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts einem breiteren Publi-kum zu präsentieren. 2023 erschien in Zusammenarbeit mit dem renommierten Sopranisten Federico Fiorio die Debüt-CD „Sacri musicali Affetti 1655“ mit virtuosen Motetten von Barbara Strozzi (Musikmuseum Innsbruck), welche von der Kritik hoch gelobt wurde. 2024 entstand für dasselbe Label die CD „Tenebrae“ mit dem römischen Tenor Riccardo Pisani.

https://lafloridacapella.wordpress.com/


Marian Polin (Cembalo und Leitung)
ist Dozent für Kirchenmusik am Konservatorium "Claudio Monteverdi" in Bozen (Südtirol), künstlerischer Leiter des OrgelKunst-Festivals Vinschgau-Meran sowie des Ensembles La florida Capella. In Kooperation mit den Tiroler Landesmuseen initiierte er 2021 die Konzertreihe "Innsbrucker Hofmusik".

Polin studierte Kirchenmusik, Orgel, Cembalo und Generalbass in Wien, Linz, Mailand, Freiburg/Fribourg und Basel; zu seinen prägendsten Lehrern zählen Jörg-Andreas Bötticher, Maurizio Croci, Lorenzo Ghielmi, Wolfgang Glüxam, Brett Leighton und Pier Damiano Peretti. Er ist regelmäßig zu Gast bei internationalen Festivals, darunter die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, das Festival Musik & Kirche Brixen, die Tage Alter Musik in Herne, das VielKlang Festival Tübingen, I Tesori d’Orfeo Pavia, das Stockholm Early Music Festival, das Orgelfestival Freiburg/Fribourg, die Semana internacional de Órgano de Madrid, das Orgelfestival Braga, die Organi storici in Cadore, der Bozner Orgelsommer, etc.

Für sein Schaffen wurde Polin mit mehreren Preisen ausgezeichnet: 3. Preis beim "Grand Prix d’Echo" (Treviso, 2017); H. I. F. Biber-Preis für Alte Musik (St. Florian, 2021); 1. Preis beim Internationalen Orgelwettbewerb "Daniel Herz" (Brixen, 2022). Weiters war er Stipendiat der "Fondation Académie d’Orgue Fribourg/Freiburg" und erhielt den "Prix d‘excellence" für seine wissenschaftliche Abschlussarbeit an der Haute École de Musique Lausanne. Seine Beschäftigung mit Alter Musik und historischen Instrumenten wird durch eine Reihe von CD- und Videoeinspielungen dokumentiert. Als Berater für Orgelrestaurierungen arbeitete er mit namhaften Orgelbauern wie etwa Hendrik Ahrend zusammen.

http://www.marianpolin.com/

© Theresa Pewal


Mauro Musarra, Barocktrompete
(© Luca Meneghel)

Mauro Colantonio, Viola da Gamba
(© privat)

Juliane Oberegger, Barockviola
(© Michael Sabotha)


Gabriele Toscani, Barockvioline
(© privat)

Marco Kerschbaumer, Barockvioline
(© privat)

Alessandro Baldessarini, Theorbe
(© privat)


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